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SIRFLOX

 

SIRFLOX

 

 

Randomized Phase III Trial Comparing First-Line mFOLFOX6 (Plus or Minus Bevacizumab) Versus mFOLFOX6 (Plus or Minus Bevacizumab) Plus Selective Internal Radiation Therapy in Patients With Metastatic Colorectal Cancer[1]

 

Studie zur Selektiven Internen Radiotherapie (SIRT) mit SIR-Spheres Y-90 Harz-Mikrosphären in Kombination mit einer Standard-Chemotherapie im Vergleich zur Standard-Chemotherapie alleine beim nicht operablen metastasierten Kolorektalkarzinom[2]

 

[1] Deutsch: Randomisierte Phase-III-Studie zum Vergleich von mFOLFOX6 (± Bevacizumab) in der Erstlinientherapie versus mFOLFOX6 (± Bevacizumab) plus Selektive Interne Radiotherapie bei Patienten mit metastasiertem kolorektalen Karzinom (mKRK)

 

[2] Jahrestreffen der American Society of Clinical Oncology (ASCO), Chicago, 2.–6. Juni 2017.

Die SIRFLOX-Studie untersuchte, ob Lebermetastasen vom Darmkrebs in der Erstlinie[1] besser durch das Standard-Chemotherapie-Schema mFOLFOX6[2] [Link zum Glossar, neuer Eintrag in Endnote] oder eher durch eine Kombination dieser Therapie mit der SIRT bekämpft werden können.

 

Die Hauptfrage der Studie war, ob durch die Kombinationstherapie die Zeit bis zum Fortschreiten der Erkrankung in oder außerhalb der Leber gegenüber den Patienten verlängert werden kann, die ausschließlich nach dem Chemotherapie-Schema behandelt wurden.

 

Weitere Fragestellungen zur Wirkung der Kombination der Chemotherapie mit FOLFOX und der Radioembolisation mit SIR-Spheres®-Mikrosphären waren:

  • Um welchen Zeitraum kann das Wachstum speziell der Lebermetastasen aufgehalten werden?
  • Wie viel größer ist das Ansprechen der Lebermetastasen auf die Kombinationsherapie?
  • Wie groß ist der Anteil der Patienten, deren Lebermetastasen nach der Therapie operiert werden können?
  • Gibt es Unterschiede in der Sicherheit und Verträglichkeit?
  • Wie viel länger können die Patienten insgesamt überleben, wenn sie die Kombinationstherapie erhalten?
  • Wirkt die Kombinationstherapie sich positiv auf die Lebensqualität der Patienten aus?

 

[1] Eine Erstlinientherapie ist die durch die Leitlinien der Fachgesellschaften am besten geeignete Therapie zur Behandlung einer (Tumor-)Erkrankung. Sie wird darum als erste Therapie eingeleitet. Wenn sie nicht anschlägt oder nicht vertragen wird, kommen Zweitlinientherapien zum Einsatz.

 

[2] FOLFOX ist ein Chemotherapie-Schema, das aus einer Kombination von drei Wirkstoffen besteht: Folinsäure (FOL), 5-Fluorouracil als Dauerinfusion (F) und Oxaliplatin (OX).

In die SIRFLOX-Studie wurden zwischen Oktober 2006 und April 2013 530 Patienten mit inoperablen Lebermetastasen vom kolorektalen Karzinom eingeschlossen. Etwa ein Drittel waren Frauen (173), zwei Drittel waren Männer (356). Die Studie wurde an 87 medizinischen Zentren in Australien, Europa, Israel, Neuseeland und den USA durchgeführt.

 

Von diesen 530 Patienten wurden 263 Kontrollpatienten nach dem alleinigen Chemotherapie-Schema mFOLFOX6 behandelt. Die anderen 267 Patienten erhielten eine Kombination aus der Selektiven Internen Radiotherapie (SIRT) mit SIR-Spheres Y-90 Harz-Mikrosphären und mFOLFOX6. In beiden Gruppen konnten die behandelnden Ärzte nach eigenem Ermessen zusätzlich den monoklonalen Antikörper Bevacizumab geben.

Rekrutierung von Patienten:        Abgeschlossen

Erste Präsentation von Ergebnissen:      ASCO 2015

 

Die SIRFLOX-Studie wurde im Frühjahr 2016 im Journal of Clinical Oncology veröffentlicht.

 

Die Leitfrage der Studie, ob das progressionsfreie Gesamtüberleben[1] durch die Kombinationstherapie verlängert werden kann, konnte nicht befriedigend beantwortet werden. Grund dafür ist, dass 40 % der Patienten Metastasen auch außerhalb der Leber aufwiesen, während die SIRT als lokoregionäre Therapie ihre Wirkung auf die Leber konzentriert.

 

In der Leber selbst zeigte die SIRT eine klar nachweisbare Wirkung, die der alleinigen Chemotherapie überlegen war. Die Zeit bis zur Progression der Lebermetastasen wurde im Vergleich zur alleinigen Chemotherapie im Mittel um acht Monate verlängert. Retrospektiv könnte man somit sagen, dass der primäre Endpunkt zur Untersuchung einer zielgerichteten Lebertherapie nicht ganz optimal gewählt war.

 

Es ergaben sich jedoch einige interessante Ergebnisse bezogen auf die Leber: Die zusätzliche Behandlung mit der SIRT reduzierte das Risiko eines erneuten Tumorwachstums in der Leber um 31 %.

 

Auch wurde ermittelt, dass die Lebermetastasen auf die Kombination aus SIRT und Chemotherapie wesentlich häufiger und besser ansprachen, als auf die alleinige Chemotherapie. Vor allem Patienten mit stärkerem Metastasenbefall der Leber (>12 % des Gesamtlebervolumens metastatisch infiltriert) profitierten besonders von der Kombination aus Chemotherapie und SIRT. Zudem war die Ansprechtiefe, also die Reduktion der Tumorlast in der Leber, bei der Kombination von Chemotherapie mit SIRT signifikant größer als in der Vergleichsgruppe mit alleiniger Chemotherapie.

 

[1] Das „progressionsfreie Gesamtüberleben“ ist die Zeit nach der Therapie, in der der Krebs im gesamten Körper nicht wieder zu wachsen beginnt.

Mitte 2017 werden die Ergebnisse zweier weiterer Studien zur Kombination von SIRT und Chemotherapie gegen Lebermetastasen vom Darmkrebs veröffentlicht: „FOXFIRE“, eine in Großbritannien durchgeführte Studie und „FOXFIRE Global“, eine internationale Studie, die beide die Rekrutierung im Januar 2015 beendeten.

 

Die SIRFLOX-Studie hat ein ähnliches Studiendesign wie diese Studien [Link zu den Studien auf Leberkrebstherapie.org]. Die gepoolten Daten aus allen drei Studien, mit mehr als 1000 Patienten mit dem Fokus auf das Gesamtüberleben, werden daher gemeinsam im ersten Halbjahr 2017 präsentiert

 
NEWS & TERMINE
Mehr Therapieoptionen für Patienten mit metastasiertem Darmkrebs notwendig - Die Darmkrebsprävention bekommt dankenswerterweise immer mehr Aufmerksamkeit. Aber jeder dritte Darmkrebspatient entwickelt im Laufe der Erkrankung Metastasen – häufig in der Leber. Für diese Patienten werden mehr und bessere Therapieoptionen benötigt. Lokale Therapien bieten aussichtsreiche Möglichkeiten. Zur Pressemitteilung
Die neuen ESMO-Leitlinien empfehlen die SIRT für Menschen mit metastastasiertem Darmkrebs, wenn die Metastasen auf die Leber beschränkt sind und nicht auf Chemotherapie ansprechen.
Neue Evidenz für den Nutzen der SIRT bei mKRK - Die Depth-of-Response-Daten der SIRFLOX-Studie zeigen eine signifikant größere lokale Ansprechtiefe durch die Kombination von SIRT und Chemotherapie. Zur Pressemitteilung
Metastasierter Darmkrebs: Die Studien SIRFLOX, FOXFIRE und FOXFIRE Global untersuchen den Nutzen der Kombination der SIRT mit Chemotherapien. Die Daten aus den drei Studien zum Gesamtüberleben werden bis Ende 2017 erwartet. Zum fortgeschrittenem Leberzellkrebs sind die Studien SARAH und SIRveNIB abgeschlossen. Beide verglichen die Y90-Radioembolisation mit einer Sorafenib-Chemotherapie. Erste Ergebnisse sind für Ende 2016 (SARAH) und 2017 (SIRveNIB) angekündigt.
Die Expertengruppe SIRT ist Partner des: